Letzte Aktualisierung dieser Seite: 11.10.2008

Unser Zentrum für Joborientierung (ZfJo):

Eingangsbereich Zentrum für Joborientierung in Essen

Besonders benachteiligte, schwer vermittelbare BezieherInnen von AlG II erhalten in unserem Zentrum für Joborientierung Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben und erhalten ein Angebot, das sie wieder näher an den ersten Arbeits- oder Ausbildungsmarkt heranführen kann. Durch die Bereitstellung zusätzlicher, gemeinnütziger Arbeitsgelegenheiten (AGH) gemäß § 16 (3) SGB II beim Träger und dem Kooperationspartner ASB Regionalverband Ruhr e. V. erhalten die TeilnehmerInnen nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“ nicht nur eine geregelte Tagesstruktur. Durch flankierende Unterstützung und Beratung werden Vermittlungshemmnisse abgebaut, so dass eine Reintegration auf dem regulären Arbeitsmarkt ermöglicht wird. Allen Teilnehmern wird die Teilhabe an der Informationsgesellschaft durch Internetzugänge ermöglicht.
Der Träger hat in Abstimmung mit dem JobCenter Essen an der Erarbeitung gemeinsamer Qualitätsstandards mitgearbeitet und setzt sie in der täglichen Arbeit um.

Für wen ist unser ZfJO?

Die Zielgruppe sind BezieherInnen von Arbeitosengeld II mit psychischen Erkrankungen und/oder mit Klärungsbedarf bei Behinderungen oder Beeinträchtigungen, also bei Vorliegen multipler Vermittlungshemmnisse, wie:

  • Suchterkrankungen
  • Chronische Erkrankungen
  • Körperliche Behinderungen
  • Geistige Behinderungen
  • Seelische Behinderungen
  • Lernbehinderungen
  • Besondere soziale Schwierigkeiten
  • Fehlender Schulabschluss
  • Fehlender Berufsabschluss
  • Sprachliche Defizite
  • Überschuldung
  • Vorstrafen

Was ist das Ziel unseres ZfJO?

Die ausscheidenden TeilnehmerInnen sollen auf dem regulären Arbeitsmarkt oder in eine betriebliche Ausbildung einmünden. Da dieses Ziel wegen des fehlenden Arbeits- und Ausbildungsplatz-Angebots für Menschen mit Vermittlungshemmnissen und zusätzlichen Betreuungsbedarfs häufig noch nicht erreichbar ist, werden in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Fallmanagement folgende Angebote unterbreitet:

  • Vermittlung in Gemeinwohlarbeit durch die Fachstellen
  • Teilnahme an einer Trainingsmaßnahme
  • Teilnahme an einer Qualifizierungsmaßnahme
  • Teilnahme an einer Gruppenumschulung zur Erlangung eines anerkannten Berufsabschlusses

Wenn diese Ziele wegen der vorliegenden Erkrankungen nicht erreichbar sind, werden Alternativen, wie Langzeittherapien oder die Einleitung von Rehabilitationsverfahren für eine Übernahme in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen angestrebt.

Wie lange kann jemand im ZfJO bleiben?

Die Zuweisungszeit in das ZfJO beträgt in der Regel 6 bis 12 Monate, kann aber bei Vorliegen individueller Schwierigkeiten um weitere 3 bis 6 Monate auf maximal 18 Monate verlängert werden. Bei Einmündung auf den regulären Arbeits- oder Ausbildungsmarkt endet die Zuweisung.

Wie viele Plätze gibt es im ZfJO?

In Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Ruhr e. V. stellt de Perspektive e. V. bis zu 120 zusätzliche, gemeinnützige Gemeinwohlarbeitsplätze als niederschwellige Angebote in folgenden Tätigkeitsfeldern zur Verfügung:

  • Büroservice
  • Kreativwerkstatt
  • Hausmeisterhilfen
  • Küche/Catering/Hauswirtschaft
  • Betreuungsassistenz

Durch die geplante Umsetzung mehrerer Projekte kann sich das Angebot von Gemeinwohlarbeitsplätzen von der Anzahl und vom Tätigkeitsprofil verändern. Eventuelle Veränderungen werden dem JobCenter rechtzeitig mitgeteilt.
Bei der Beschäftigung der GemeinwohlarbeiterInnen wird immer streng darauf geachtet, dass weder reguläre Beschäftigung ersetzt, noch berechtigte Interessen der freien Wirtschaft verletzt werden. Einnahmen werden ausschließlich zur Deckung des Materialeinsatzes verwandt.

Wie kommt man in das ZfJO?

In Abstimmung mit dem Fallmanagement wird mit dem Kunden des JobCenters ein Termin für ein erstes Gespräch im Zentrum für Joborientierung vereinbart. Im Erstgespräch (Clearing) werden schulischer und beruflicher Werdegang, Vermittlungshemmnisse und Krankheitsverläufe erfasst, das private und soziale Umfeld besprochen und mögliche Arbeitseinsätze unter Berücksichtigung eventuell vorhandener Kenntnisse, Erfahrungen und Neigungen erörtert und Wünsche für eine zukünftige berufliche Tätigkeit ausgehend von vorhandenen oder erwerbbaren Qualifikationen auf Realisierbarkeit überprüft.
Nach Feststellung der Beschäftigungsmöglichkeit in einem der angebotenen Tätigkeitsfelder wird der Zeitpunkt einer Zuweisung mit dem Fallmanagement vereinbart und dem Teilnehmer mitgeteilt.

Die Phasen der Joborientierung und –erprobung

Während der individuell vereinbarten Eingewöhnungsphase durchläuft der Teilnehmer sowohl psychometrische Tests am PC, als auch Tests zur Feststellung von beruflichen Schwerpunkten, der tatsächlichen Arbeitsfähigkeit mit Erstellung eines Fähigkeitsprofils nach Melba und der Feinmotorik. Anschließend folgt eine erste Auswertungsphase mit dem Teilnehmer im Hinblick auf:

  • notwendige berufliche und sozialpädagogische Anleitung
  • Entwicklung von Berufsperspektiven
  • Individuelle psychosoziale Beratung
  • Personenzentrierte Joborientierung – umfassende Beschreibung der aktuellen Fähigkeiten und Beeinträchtigungen des einzelnen
  • Tatsächliche Arbeitsfähigkeit
  • Bedarf für ambulante und stationäre Hilfen

Danach erfolgt eine Einweisung in das Arbeits- und Aufgabengebiet, die Vorstellung der anderen Teammitglieder und der AnleiterInnen. Die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten werden in kleinen Qualifizierungsmodulen vermittelt, z. B.:

  • Arbeiten mit dem PC und Ausgabegeräten
  • Anwendung von Programmen
  • Deutsch in Wort und Schrift (für Nicht-Muttersprachler)
  • Englisch für die Arbeit am PC
  • Nutzung von Emails und Internet
  • Nutzung von Suchmaschinen
  • Arbeitsangebote im Internet
  • Erstellung von Bewerbungsunterlagen
  • Bewerbungstraining
  • Ernährungsverhalten
  • Sparsamer Einsatz von Material und Lebensmitteln
  • Reinigung und Pflege von Material und Geräten
  • Abfalltrennung und Entsorgung
  • Einhaltung von Sicherheitsvorschriften
  • Einhaltung von Hygienevorschriften

Die praktische Anwendung wird laufend durch die AnleiterInnen überprüft und bei Bedarf kleinschrittig individuell erarbeitet und korrigiert.
Auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, wie:

  • Pünktlichkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Belastbarkeit, Frustrationstoleranz
  • Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis
  • Hemmschwellenfreie Nutzung von PC und Internet
  • Sozialkompetenz, Arbeit im Team
  • Arbeitsplatzorganisation
  • Arbeitszeitorganisation
  • Übernahme von Verantwortung

wird besonders viel Wert gelegt, da die TeilnehmerInnen häufig diese Qualifikationen durch Krankheit und längerfristige Arbeitslosigkeit verlernt haben.
In Einzel- und Teamgesprächen werden individuelle Schwierigkeiten und deren Auswirkungen auf das Team besprochen, Lösungsmöglichkeiten werden gemeinsam diskutiert und Ziele für alle Teammitglieder verbindlich vereinbart.

Die Joborientierung als individueller Prozess

Da jeder Teilnehmer mit seiner individuellen Persönlichkeit, seinen Erfahrungen, Erkrankungen, Beeinträchtigungen und Vermittlungshemmnissen in das ZfJO einmündet, ist auch der Bedarf an Zuwendung, Gesprächen, Lernmodulen, Anleitung, Unterstützung, Lob und Hilfe sehr unterschiedlich. Die einzelnen Phasen der Joborientierung sind deshalb als individueller Prozess mit unterschiedlichem Aufwand an Zeit und Betreuung zu verstehen.

Unterstützungs- und praktische Arbeitsangebote des ZfJO

Durch das sich laufend erweiternde Netzwerk von Kooperationspartnern können sowohl Betreuungsmöglichkeiten, als auch Beratung bei psychischen Erkrankungen, Einleitung von notwendigen Therapien und Maßnahmen der Rehabilitation, Schuldnerberatung, Wohnungswechsel, usw. sichergestellt werden. Nach vorheriger Abstimmung mit dem Fallmanagement ist auch die Vermittlung in Praktika zur Arbeitserprobung oder in betriebliche Trainingsmaßnahmen möglich, wenn eine Übernahme in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung realistisch in Aussicht gestellt wird.

Wie finden Sie das Zentrum für Joborientierung?

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Aus Richtung Stadtmitte fahren Sie mit den Straßenbahnlinien 101, 103, 105 oder 109 bis zur Haltestelle Kronenberg (bei Real) und überqueren an der Ampel zunächst die Altendorfer Str., dann die Haedenkampstr. Vor dem Penny-Markt gehen Sie in die Eulerstr. Und sofort links in die Richterstr. Sie finden uns dann auf der rechten Straßenseite im Haus Nr. 14 – 16. Aus Richtung Rüttenscheid und Holsterhausen fahren Sie mit der Straßenbahn 106 in Richtung Helenenstr., aus Frohnhausen mit der 109 in Richtung Steele und steigen hinter dem S-Bahnhof Essen-West an der Haltestelle Sälzerstr. aus. An der Ampel gehen Sie rechts in die Sälzerstr., Die zweite Straße auf der linken Seite ist schon die Richterstr. Sie finden uns im Gebäude neben dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Wenn Sie mit der S-Bahn fahren und am Bahnhof Essen-West aussteigen, laufen Sie auf der Rückseite des Bahnhofs links bis zur Sälzerstr. und laufen auf der gegenüberliegenden Seite durch die Sälzerstr. bis zur Richterstr.

Mit dem Auto:
Nutzen Sie doch einfach unseren Routenplaner:

Kontakt:

  • Verwaltungsleitung:
    Thomas Manderscheid - 0201 8398788 - Mail Manderscheid
  • Pädagogische Leitung:
    Mechtild Schindler - 0201 8398788 - Mail Schindler
  • Mitarbeiter/innen:
    Sibylle Hackmann
    Kristina Kröger
    Nora Adamski
    Klaus Volkmann
    Tel: 0201 8398787

Neu: Unser Außenprojekt!

Auf einem Bauernhof stehen zwei Pferde für deren Pflege und Betreuung Teilnehmer des Zentrums für Joborientierung verantwortlich sind. Dazu gehört u. a. auch das regelmäßige Abmisten der Weiden. Unter Anleitung bauen Teilnehmer einen alten Bauwagen um, der bei schlechtem Wetter zum Aufwärmen genutzt werden kann. Die notwendigen Arbeiten, wie schleifen, sägen und lackieren werden von den Teilnehmern selbst durchgeführt.

Foto: Mitarbeiterin mit Pferd